Tag 4 in Usbekistan - Berge, Kinder und die Wüste

Über die Berge nach Shahrisabz und durch die Wüste nach Bukhara

Oh, als ich die Bilder für den heutigen Blogeintrag zum 4. Tag in Usbekistan zusammengestellt habe, war mir klar: dieser Tag war mein fotografisches Highlight. Obwohl es eigentlich "nur" eine Fahrt von einer Stadt zur nächsten war, war sie doch so erlebnisreich und fotografisch wertvoll.

 

Zunächst einmal war ich überrascht, als am Morgen anstelle unseres Busses sieben private PKWs samt Fahrer vor dem Hotel standen. Es sollte über einen Pass durch das Serafschan-Gebirge nach Shahrisabz gehen. Allerdings darf diese Straße nicht von Bussen befahren werden. Also alle rein in die Autos und los ging es. Nach kurzer Zeit wurde die Straße schlechter und die Kurven mehr. Und das Wetter spielte heute etwas verrückt - Sonne, Wolken, Wind und Regen. Aber egal, als wir unterwegs oben auf den Bergen eine Harmonie-Pause** eingelegt haben, habe ich mir natürlich gleich die Kamera geschnappt. Und boah, es war stürmisch, es hat geregnet und es war a...kalt. Aber die Bilder dieser 10 Minuten haben für alles entschädigt. Was für eine Landschaft! Und immer wieder erstaunlich, wie man dort in Mini-Hütten oder unter einer Plane leben kann. Selbst nur vorrübergehend wäre das wohl nichts für mich.

 

Unser Zwischenziel Shahrisabz haben wir dann auch recht schnell erreicht. Shahrisabz ist die Geburtsstadt von Timur - ihr wisst schon, dieser Held, der gar nicht so "heldisch" war. Er hat dort seinen Sommerpalast "Oq Saray" errichtet, von dem heute noch Teile des Eingangsportals erhalten sind. Allein dieses Portal erscheint so gigantisch (es war einmal 45 Meter hoch) - ich weiß nicht, wie riesig und prunkvoll wohl dieser Palast einst war. Allerdings glaube ich, dass dieses Riesenrad direkt daneben damals noch nicht dort stand. ;) Perfekt für mich war die Schule dort um die Ecke. Die Kiddies waren so süß und so fröhlich, als sie uns entdeckt haben.

Wir haben uns anschließend noch die Ko´k-Gumbaz-Moschee aus dem 15. Jahrhundert angeschaut. Direkt gegenüber gab es einen Basar, der allerdings von weitem eher einem Flohmarkt glich. Aber dennoch tummelten sich dort unglaublich viele Leute. Einfach wieder mal beeindruckend.

Und wie aus dem Nichts stand dann auf einmal auch unser Bus dort. Er hatte einen doppelt so langen Umweg um die Berge nach Shahrisabz genommen, um uns dann wieder einzusammeln.

 

Es folgte die Weiterfahrt nach Bukhara - und es war das komplette Gegenteil von der Bergtour. Wir fuhren durch vollkommen flaches Land. Um uns herum nichts als Wüste - die Kizilkum-Wüste. Der Kontrast in diesem Land beeindruckt mich!

Und dann entstand einige Zeit später mein Lieblingsbild vom "Wüstenmädchen". Wir hielten mitten im Nirgendwo an, am Straßenrand hatten wir ein paar Kamele gesehen. Die anderen Leute der Reisegruppe blieben am Straßenrand stehen, zoomten sich mit ihren Kameras die Kamele heran - ich lief los und ging nah ran. ;)

Ich schoss so meine Fotos und auf einmal kam dieses Mädchen angelaufen. Ihre Aufgabe war es, auf die Kamele aufzupassen. Mit Händen und Füßen fragte ich sie nach einem Foto. Und dann stand sie dort, völlig in sich ruhend, sehr zufrieden wirkend - faszinierend!

Und dann zeigte sie mit Händen und Füßen, dass sie mich mit einem Kamel fotografieren will. Ich hatte kurz gezögert, ihr aber dann die Kamera um den Hals gehängt und sie hat drauf los geknipst. Echt süß mit anzusehen, wieviel Spaß sie dabei hatte.

 

Viel zu schnell sind wir dann aber wieder in den Bus gestiegen. Wir wollten Bukhara erreichen, bevor es dunkel wurde. Nach einiger Zeit änderte sich die Wüstenlandschaft - rauh und grau irgendwie. In der Ferne waren Fabriken zu sehen - es handelte sich hierbei mal um Förderanlagen für Erdgas und manchmal um Gipsfabriken. Also selbst verschiedene Kontraste in der Wüste innerhalb von vielleicht 100-200 Kilometern. Ich bin schon wieder beeindruckt und völlig begeistert...

 

** Ihr wollt wissen, was eine Harmonie-Pause ist? Ich glaube, unser Reiseleiter fühlte sich mit dem Begriff "Pinkelpause" nicht so wohl. Also hat er diese Pausen direkt am Anfang der Reise in "Harmonie-Pausen" umbenannt. Fand ich irgendwie gut. ;))

 

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