Tag 8 in Usbekistan - Eine Stadt wie ein Museum

Chiwa, dessen Altstadt von mächtigen Mauern umgeben ist, erinnert sehr an ein Museum. Ein Bau schicker als der andere, alles tipp topp in Schuss, jede Menge Motive. Und trotzdem wirkt Chiwa im Vergleich zu Bukhara und Samarkand wie eine winzig kleine Stadt. Die Sehenswürdigkeiten befinden sich alle innerhalb der Stadtmauern, drumherum tobt das "normale" Leben.

 

Wir laufen kreuz und quer und schauen uns die verschiedenen Gebäude an. Unter anderem eine Moschee mit unzähligen Holzsäulen im Innenraum. Jede sieht anders aus, gespendet von den Gläubigen - und je nach finanziellen Möglichkeiten sind die Säulen mal mehr, mal weniger mit Schnitzereien versehen. Faszierendes Gebäude!

 

Besonders schön ist auch der Toshxauli Palast mit dem an allen Wänden verzierten Innenhof. In der Mitte steht ein Brunnen - alles sehr idyllisch und ruhig. Man merkt nichts vom Trubel außerhalb des Palastes.

 

Nach einer Teepause war Freizeit angesagt. Wir liefen durch die vielen Gassen und landeten auf dem örtlichen Basar. Ojé, wenn das die deutschen Behörden sehen würden: da liegt das rohe Fleisch in der Sonne, der Schuster steht mit seinem Wägelchen auf dem Platz, eine Ecke weiter bastelt jemand Reste von irgendwelchem Elektro-"Schrott" zu etwas Neuem zusammen. Alles sehr entspannt - und es funktioniert!

 

Auf dem Weg zurück zum Hotel traf ich dann die mittlerweile bekannten "Drei Weisen aus Usbekistan". ;) Die drei Herren saßen im Schatten eines Hauses, redeten, beobachteten. Von der anderen Straßenseite aus habe ich sie fotografiert. Natürlich haben sie mich registriert und mich sich zu sich rübergewunken. Ich zeigte Ihnen das Bild und nutzte die Gelegenheit, sie mit Händen und Füßen zu fragen, ob ich sie einzeln fotografieren könnte. Sie nickten und ich legte los. So entstand diese kleine Portraitserie, die mich noch immer begeistert. Jeder strahlt etwas anderes aus, drei Gesichter, drei Geschichten...

 

Nach einer Pause im Hotel kamen wir auf dem Weg zum Abendessen in der Altstadt wieder dort vorbei. Sie saßen noch immer dort und ich habe ihnen die Portraits auf dem iPad gezeigt - sie waren total begeistert! :D

 

Der Abend endete schließlich auf dem Flughafen von Urgensch in der Nähe von Chiwa. Es geht wieder zurück zum Anfang unserer Reise - nach Tashkent.

Ich muss hier auch noch einmal berichten, was man in Usbekistan unter einem "Internationalen Flughafen" versteht:

 

1. er besteht aus 6 Check-in Schaltern
2. die Wartehalle ist ca. 480qm groß
3. es ist immer nur ein Flugzeug auf dem Flughafen, so dass
4. das Flugzeug auf der Start/Landebahn zu einem Ende rollt, sich dort um 180 Grad dreht und dann startet

 

Ich muss immer noch grinsen, wenn ich daran denke. :D

 

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Kommentare: 1
  • #1

    jbcaminos (Freitag, 23 Mai 2014 14:12)

    Hallo Jeanette,
    sehr schöne Fotos und interessanter Text.
    Habe einen kleinen Eindruck Deiner Tage im "fernen Osten" bekommen.
    Das sind Reisen, die man nie vergisst!
    Lieben Gruss
    Jürgen

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